ANFÄNGE DES ANARCHISMUS. MARX‘ KRITIK DER HEGELSCHEN RECHTSPHILOSOPHIE UND SEIN POLITISCHER GEGENENTWURF
Steffen Wasko
- Autor
- Steffen Wasko
- Revista
- Revista Dialectus
- Edição
- 18
- Ano
- 2020
- DOI
- 10.30611/2020n18id61188
- Páginas
- 275-296
- Idioma
- pt
Dieser Artikel führt die These aus, dass Marx‘ frühe Kritik an Hegel von 1843 ihn aufgrund seiner materialistischen Methode zu einer anarchistischen Position führt. Zwar stimmen Marx und Hegel durchaus in der Krisendiagnose ihre Zeit überein, allerdings trennen sich ihre Wege deutlich in Frage, wie diese Krise des Sozialen gelöst werden kann. Marx hat Hegels Analyse der Trennung zwischen der bürgerlichen Gesellschaft und dem modernen Staate viel zu verdanken, allerdings bleibt für ihn Hegels Ansatz der Vermittlung des Sozialen durch die Stände unhaltbar. Das Hauptproblem der Grundlinien der Philosophie des Rechts sieht Marx jedoch in Hegels idealistischer Methode and setzt daher der Logik seines Lehrers seine historischessentialistische Methode entgegen. Sichtlich beeinflusst von Feuerbachs Thesen, argumentiert Marx, dass der Staat und die bürgerliche Gesellschaft unmöglich miteinander vermittelbar sind und die moderne Form der Entfremdung und Unfreiheit eine notwendige bleiben muss. Da Staat und bürgerliche Gesellschaft unterschiedlichen Wesens sind, bleiben sie unvermittelbar und allein eine Revolution dieser beiden Formen des Sozialen kann die moderne Entfremdung aufheben. Die kursorischen Ausführungen Marx‘ zu diesem unentfremdeten Zustand menschlicher Gesellschaft weisen des Weiteren deutliche Affinitäten zu klassischen anarchistischen Ansätzen auf.
