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Kant und die Tierethik: Ein alternativer Ansatz

Konstantinos Sargentis

Autor
Konstantinos Sargentis
Revista
Estudos Kantianos [EK]
Edição
13
Ano
2025
DOI
10.36311/2318-0501/2025.v13.e025007
Páginas
e025007
Idioma
de
2025Konstantinos Sargentis. Kant und die Tierethik: Ein alternativer Ansatz. Estudos Kantianos [EK], v. 13, p. e025007, 2025.4

Kants Ansichten über unsere Pflichten „in Ansehung“ der Tiere sind in der heutigen Tierethik ambivalent präsent, da sie zwei gegensätzliche Aspekte aufweisen. Einerseits fordern sie eine humane Behandlung von Tieren und erscheinen damit tierfreundlich. Andererseits gelten diese Pflichten lediglich als zufällige Mittel zur Erfüllung unserer Pflichten gegenüber der Menschheit, und nicht als Pflichten, die den Tieren selbst geschuldet wären. Als geeigneter Rahmen zur Auseinandersetzung mit Kants diesbezüglichen Ansichten gilt in jedem Fall die gegenwärtige Debatte über Tierethik, die durch Begriffe wie „Tierrechte“ und „der moralische Status von Tieren“ geprägt ist. In meinem Aufsatz schlage ich jedoch einen anderen Ansatz vor, der auf folgender Idee beruht: Selbst wenn sich zeigen lässt, dass die Pflichten „in Ansehung“ der Tiere einen positiven Beitrag zur Tierethik leisten können, werden Kants relevante Thesen nur dann angemessen behandelt, wenn sie nicht am Maßstab der zeitgenössischen Tierethik bewertet, sondern als Kriterium für die Reichweite kritischen Denkens betrachtet werden. Dabei spielen die Begriffe der Analogie und der Amphibolie, begleitet von Kants antinaturalistischem Anliegen, eine entscheidende Rolle.